Schnelleres Internet am Land
Dass sich die Wirtschaft im Bezirk Freistadt in den vergangenen recht erfreulich entwickelt hat, belegt Wirtschaftskammer-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss mit einer stolzen Gründerbilanz: „Mit 161 Neugründungen und 32 Betriebsübernahmen konnten wir im Vorjahr um 21,6 Prozent mehr neue Unternehmer begrüßen, als im Jahr 2012.“ Nachholbedarf sieht die Unternehmerin beim Breitbandinternet-Ausbau.
Die Stärken des Bezirkes Freistadt wissen laut Lackner Strauss auch immer mehr Kunden in den anderen Bundesländern zu nutzen. Arbeitskräfte aus dem Mühlviertel werden allgemein als zuverlässig, fleißig, geerdet und strebsam geschätzt — auch im OÖ. Zentralraum, wie die hohe Pendlerquote bestätigt. Das Mühlviertel ist eine Region mit hoher Lebensqualität — in einem naturnahen, entschleunigten Umfeld, das die Kreativität fördert. Hier gibt es ein starkes Netzwerk für Gründer und Unternehmer.
Bezüglich der Verkehrsinfrastruktur ist der Bezirk Freistadt im wahrsten Sinne des Wortes auf einem guten Weg. Am deutlichsten sichtbar wird dies derzeit mit der größten Straßenbaustelle Österreichs, der S 10. Neben dem Bau der Mühlviertler Schnellstraße werden aber auch die Bundesstraßen B 124 und B 38 in Etappen wirksam ausgebaut. Nachholbedarf gibt es bei der IT-Infrastruktur.

Erst 12 Prozent der Betriebe im Bezirk Freistadt fühlen sich mit Glasfaseranbindungen ans Internet bestens versorgt.
Der Ausbau der Datenleitungen ist für die Freistädter Wirtschaft von existenzieller Bedeutung. Die WKOÖ hat in einer Umfrage im Detail eruiert, wie zufrieden die Unternehmer mit den Möglichkeiten von Breitbandinternet sind. Auf die Frage, wie weit sich die Unternehmer mit ausreichend schnellen Internetanbindungen versorgt fühlen, liegt der Bezirk Freistadt noch an 13. Stelle. 12 Prozent geben an, mit Glasfaser angebunden zu sein.
„Grundsätzlich bestätigt die Umfrage, dass in den größeren Gemeinden und in der Nähe zu Linz die Infrastruktur besser ausgebaut ist, als in dezentraleren Lagen“, interpretiert der Bad Zeller IT-Unternehmer Harald Gruber – auch Mitglied im Freistädter WKO-Bezirksstellenausschuss, die Umfrageergebnisse. Gruber und auch der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Freistadt, Christoph Heumader, fordern daher einen raschen, weiteren Ausbau.
„Unsere Betriebe sind überzeugt, dass Breitband eine Chance ist, die strukturellen Nachteile der ländlichen Regionen auszugleichen. Wir müssen deshalb alles unternehmen, um diese Möglichkeiten auch realisieren zu können.“, bringt es auch WKO-Bezirksstellenleiter Dietmar Wolfsegger auf den Punkt. „Das Land Oberösterreich hat ein Konzept vorgestellt, das in drei Schritten einen oberösterreich-weiten Vollausbau bis zum Jahr 2022 vorsieht. Wir werden schauen, ob das nicht auch schneller gehen kann“, wünscht sich Wolfsegger eine frühere Realisierung dieses wichtigen Vorhabens.
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